
Chinesisches Konsortium beginnt Bauarbeiten am 264km langen kenianischen SGR-Abschnitt nach Kisumu
Der Bau des nächsten Abschnitts der kenianischen Normalspur-Eisenbahn (SGR) hat begonnen. Die Strecke wird um 264km von Suswa, westlich von Nairobi, bis zur am Viktoriasee gelegenen Hafenstadt Kisumu verlängert. Der Auftrag für Phase 2B wurde an ein Konsortium aus den staatseigenen Unternehmen China Communications Construction Co und China Road & Bridge Corp vergeben – dieselben Firmen, die bereits die früheren Abschnitte Mombasa–Nairobi und Nairobi–Suswa gebaut haben.
Der neue Abschnitt umfasst eine 8,9km lange Stichstrecke zum Hafen von Kisumu, die den Güterverkehr auf dem Viktoriasee ankurbeln und die regionalen Handelsverbindungen mit Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo verbessern soll. Eine weitere Bauphase, Phase 2C, ist geplant, um die Strecke von Kisumu bis nach Malaba an der ugandischen Grenze fortzuführen und damit eine Route zu vervollständigen, die ursprünglich Mombasa mit Kampala verbinden sollte.
Die Kisumu-Verlängerung war in den vergangenen Jahren wiederholt durch Verzögerungen und Unsicherheiten bei der Finanzierung aufgehalten worden. Kenianische Behördenvertreter nannten Schwierigkeiten bei der Sicherung chinesischer Finanzierung für den übergeordneten Korridor Naivasha–Kisumu–Malaba als Grund. Railway Gazette beziffert den Vertragswert für den Abschnitt Suswa–Kisumu (Phase 2B) auf rund KSh700bn (etwa $5,4Mrd.), wobei andere Berichte diese Summe als Gesamtkosten für die verbleibenden Abschnitte nach Kisumu und Malaba zusammen einordnen. Die Regierung von Präsident William Ruto hat in diesem Jahr darauf gedrängt, das ins Stocken geratene Projekt wieder aufzunehmen, und stellt es als zentrales Element von Kenias regionalen Handelsinteressen und seiner Rolle als ostafrikanisches Verkehrsdrehkreuz dar.

