
Infrastruktura Železnice Srbije schreibt Ausschreibung für die Aufsicht über die Hochgeschwindigkeitsstrecke Belgrad–Niš aus
Infrastruktura Železnice Srbije, der serbische Eisenbahninfrastrukturmanager, veröffentlichte am 28. Juli 2026 einen internationalen Aufruf zur Interessensbekundung für die Auswahl eines externen Aufsichtsgremiums für Abschnitt 3 der Modernisierung der Strecke Belgrad–Niš, der 76,2 km zwischen Paracin, Trupale und Medjurovo umfasst, wie RailwayPro berichtet. Die Frist für die Einreichung von Bewerbungen endet am 24. September 2026.
Der Abschnitt ist für Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h ausgelegt; erste Bauarbeiten sind zwischen Stalac und Djunis geplant. Die Beratungsleistungen für den Aufsichtsvertrag werden von der Europäischen Investitionsbank finanziert; die genaue Fördersumme wurde nicht bekannt gegeben.
Abschnitt 3 ist Teil des umfassenderen Modernisierungsprogramms für die Strecke Belgrad–Niš, einem 230 km langen Projekt mit geschätzten Gesamtkosten von 2,77 Milliarden Euro, wie die serbische Nachrichtenagentur Tanjug berichtet. Die Europäische Union hat einen Zuschuss von 600 Millionen Euro für das Programm bereitgestellt, das die serbischen Behörden als eine der bedeutendsten Verkehrsinvestitionen des Landes und als strategischen Schritt bei der Modernisierung des internationalen Eisenbahnkorridors 10 bezeichnen, der Mitteleuropa mit Bulgarien, Griechenland und dem östlichen Mittelmeerraum verbindet.
Das Verfahren läuft in zwei Stufen ab: Zunächst erfolgt eine Vorauswahl der Bewerber anhand technischer und finanzieller Kriterien, gefolgt von einer Ausschreibung zur Vergabe des eigentlichen Aufsichtsvertrags, der die Planungs- und Bauarbeiten hinsichtlich der Einhaltung technischer Anforderungen, Fristen, Qualitätsstandards und vertraglicher Verpflichtungen überwachen soll. Die Bekanntmachung wurde auf der Website des Infrastrukturmanagers, der Rail Corridor 10-Plattform sowie im Supplement des Amtsblatts der EU veröffentlicht.

