
Russische Eisenbahnen ziehen Frachtpreiserhöhung um 8,5 % auf Oktober vor – inmitten wachsender Schulden
Russische Eisenbahnen (RZD) werden die geplante Tariferhöhung um zwei Monate vorziehen und die Frachtraten um 8,5 % sowie die Fernverkehrsfahrpreise um 9,2 % ab dem 1. Oktober anheben – statt wie ursprünglich vorgesehen zu Beginn des Jahres 2027 –, da das staatliche Monopolunternehmen darum bemüht ist, seine Finanzen zu stabilisieren.
Dieser Schritt ist eine Reaktion auf eine wachsende Schuldenlast, die auf rund 4 Billionen Rubel (ungefähr EUR 42 Mrd.) geschätzt wird, sowie auf sinkende Frachtmengen und eine schwächere Rentabilität im gesamten Netz. Es handelt sich dabei um die zweite außerplanmäßige Tarifanpassung, die RZD im Jahr 2026 durchgesetzt hat – nach einem früheren „Sicherheits-Aufschlag, der eingeführt wurde, um das Investitionsprogramm des Unternehmens mitzufinanzieren.
Selbst mit den zusätzlichen Einnahmen aus beiden Maßnahmen war RZD bereits gezwungen, die geplanten Investitionsausgaben für 2026 um knapp 25 % zu kürzen und das Investitionsprogramm auf rund 713,6 Milliarden Rubel zu reduzieren.
Für internationale Beobachter verdeutlicht die vorgezogene Erhöhung den Druck auf das russische Schienennetz, das seit Langem als Rückgrat der kriegsbedingten Logistik des Landes gilt, während Sanktionen, rückläufige Handelsvolumina und steigende Kosten den wichtigsten Güter- und Personenverkehrsbetreiber belasten. Verlader, die Strecken von RZD nutzen, müssen damit rechnen, dass die höheren Tarife ab Oktober und nicht erst ab Januar gelten – wobei weitere Preisanpassungen möglich sind, sollte sich die finanzielle Lage des Betreibers weiter verschlechtern.

