
Ungarn: Regierung startet Baross-Gábor-Schienenplan im Umfang von 3.550 Mrd. HUF
Die ungarische Regierung startet den Baross-Gábor-Eisenbahnentwicklungsplan, ein rund 3.550 Mrd. HUF umfassendes Programm für die nächsten 10 Jahre zur Erneuerung des spurgebundenen öffentlichen Nahverkehrs, wie die ungarische Regierung am 22. Juli mitteilte.
Ministerpräsident Péter Magyar und Minister für Verkehr und Investitionen Dávid Vitézy stellten den Plan am Bahnhof Rákospalota-Újpest vor. Die Regierung erklärte, dass der Großteil der Finanzierung aus der Europäischen Union stammt.
Gemäß der Regierungsmitteilung umfassen die im aktuellen Finanzierungszyklus zurückgewonnenen EU-Mittel 1.800 Mrd. HUF für den Schienenbereich. Weitere 950 Mrd. HUF an Zusagen sind für den Start von Projekten im EU-Programmierungszyklus 2028–34 vorgesehen. Der Baross-Plan beinhaltet außerdem ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 400 Mrd. HUF sowie weitere 400 Mrd. HUF auf Konzessionsbasis.
Das 10-Jahres-Programm sieht die Beschaffung von 35 neuen hochkapazitiven InterCity-Triebzügen für die wichtigsten IC-Strecken sowie 42 neuer HÉV-Triebzüge für die Linien Szentendre, Csepel und Ráckeve vor. Die Regierung kündigte zudem die Erneuerung der 10 meistfrequentierten Bahnhöfe des Landes an.
Laut der Mitteilung soll das Fernverkehrsnetz mit neuen klimatisierten, barrierefreien Triebzügen mit erster Klasse und einem Bordrestaurant erneuert werden. Diese bedienen Strecken von Budapest in Richtung Győr, Sopron, Szombathely, Veszprém, Zalaegerszeg, Pécs, Kecskemét und Szeged sowie Ringverkehre in Richtung Miskolc, Nyíregyháza, Debrecen und Szolnok.
Für Budapest und sein Umland hebt der Plan die Sanierung, Verbesserung der Barrierefreiheit und Flottenersatz auf den HÉV-Linien Szentendre, Csepel und Ráckeve hervor, ferner die Erneuerung des Bahnhofs Nyugati und seiner Umgebung sowie den Umbau der Südlichen Ringbahn mit drei neuen Stationen. Die Regierung nannte zudem eine umfassende Entwicklung der Strecken Veresegyház und Lajosmizse, einschließlich teilweiser Zweigleisigkeit und Elektrifizierung der letzteren.
Zu den größeren Streckenvorhaben, die in der Mitteilung genannt werden, zählen die vollständige Sanierung des schlechtesten Abschnitts der Strecke Budapest–Miskolc mit einem Betrieb bei 160 km/h; die umfassende Modernisierung der Hauptstrecke Budapest–Szeged, ebenfalls auf 160 km/h; der Umbau von Székesfehérvár–Lepsény zu einer durchgehend zweigleisigen 160 km/h-Strecke; sowie die Elektrifizierung und Sanierung der Strecke vom Anschlusspunkt Zalaszentiván in Richtung Nagykanizsa.
Die Regierung erklärte, der Plan umfasse auch die landesweite Erneuerung des rollenden Materials, den schrittweisen Abbau vorübergehender Geschwindigkeitsbeschränkungen, Maßnahmen zur Barrierefreiheit an Bahnhöfen sowie ein einheitliches digitales Fahrgastinformations- und Fahrplansystem.

