
Österreichs Murtalbahn (760mm) sichert Elektrifizierung und gemeinsame Fahrzeugbeschaffung
Das österreichische Land Steiermark hat grundsätzlich eine umfangreiche Modernisierung der 760 mm spurigen Murtalbahn beschlossen, die die Elektrifizierung des größten Teils der Strecke sowie eine gemeinsame Fahrzeugbeschaffung mit zwei weiteren Schmalspurbetreibern umfasst.
Der Beschluss beendet eine jahrelange Debatte über die Zukunft der Bahn, in der Streckenstilllegung, Busersatzverkehr und Wasserstofftraktion als Alternativen erwogen wurden. Die Modernisierung beinhaltet neben den Elektrifizierungsarbeiten auch Infrastrukturverbesserungen, wobei konkrete Investitionssummen bislang nicht bekannt gegeben wurden. Die Partner der gemeinsamen Beschaffung sind die Zillertalbahn und die Pinzgauer Lokalbahn, die beide ebenfalls Netze mit 760 mm Spurweite betreiben.
Die Murtalbahn ist eine Schmalspurbahn in der Murtal-Region der Steiermark. Die Elektrifizierung wird den Großteil der Strecke abdecken; detaillierte technische Spezifikationen und Fahrzeugstückzahlen sollen im Rahmen des gemeinsamen Beschaffungsverfahrens festgelegt werden. Die Bündelung der Bestellungen über drei Betreiber soll Skaleneffekte beim Einkauf des spezialisierten 760 mm-Spurweiten-Materials ermöglichen.
Österreich betreibt mehrere Schmalspurbahnen, die sowohl dem Tourismus als auch dem öffentlichen Nahverkehr dienen. Der Beschluss zur Murtalbahn folgt auf eine Phase der Ungewissheit über die Wirtschaftlichkeit der Strecke, in der die Regionalbehörden verschiedene Optionen geprüft hatten, darunter eine vollständige Stilllegung oder die Umstellung auf Busverkehr. Die Entscheidung für die Elektrifizierung statt Wasserstofftraktion steht für einen konventionellen Infrastrukturansatz für das Schmalspurnetz und bringt die Strecke in Einklang mit den europäischen Dekarbonisierungszielen, während der Bahnbetrieb aufrechterhalten bleibt.

