
90-sekündiger Stromausfall im Manchesterer Eisenbahn-Kontrollzentrum löst zweitägige Störungen aus
Ein 90-sekündiger Stromausfall im Manchester Rail Operating Centre, dem Steuerungszentrum für das Eisenbahnnetz in Nordwestengland, hat nach vorliegenden Berichten zu zweitägigen erheblichen Betriebsstörungen geführt.
Der Ausfall, verursacht durch einen Transformatordefekt, unterbrach kurz vor 14 Uhr am Donnerstag, dem 6. August, die Stromversorgung des Zentrums für rund 5.000 Kunden. Die Notstromaggregate von Network Rail sprangen Berichten zufolge nicht sofort an, wodurch die Signalanlagen ausfielen und Züge im gesamten Nordwesten, in den Midlands und bis nach Wales zum Stillstand kamen.
Obwohl Strom und Signalgebung innerhalb weniger Minuten wiederhergestellt wurden, erwies sich die Folgewirkung als weitaus schwieriger rückgängig zu machen: Der Betrieb auf der West Coast Main Line sowie bei East Midlands Railway, Northern, TransPennine Express und Transport for Wales blieb bis Freitag, dem 7. August, gestört, da sich Züge und Besatzungen nicht mehr an den vorgesehenen Positionen befanden.
Das Ausmaß der Störungen infolge eines so kurzen Ausfalls hat Kritik an der Resilienzplanung von Network Rail hervorgerufen. Eisenbahnfachleute, darunter der Ingenieur Gareth Dennis, nennen gekürzte staatliche Fördermittel und jüngste Stellenabbaumaßnahmen als mitursächliche Faktoren. Eine Untersuchung des Vorfalls wurde eingeleitet; Mitte August hatte Network Rail seine Erkenntnisse noch nicht veröffentlicht.
Für Infrastrukturbetreiber ist der Vorfall eine eindringliche Mahnung, dass Notstromversorgung und Schnellwiederherstellungsprotokolle in kritischen Leitstellen nur so zuverlässig sind wie ihr letzter Praxistest: Ein 90-sekündiger Defekt weitete sich zu 48 Stunden netzweiter Folgeverzögerungen aus.

