
TGV-Fahrer stirbt nach Kollision bei 160 km/h mit Militärkonvoi nahe Lille
Ein TGV InOui-Fahrer ist gestorben, nachdem sein Hochgeschwindigkeitszug am 7. April bei einem Bahnübergang zwischen Béthune und Lens mit 160 km/h mit einem Militärtransporter kollidierte. Der SNCF-Zug war in der Nähe von Noeux-les-Mines unterwegs, als er mit einem privaten Konvoi zusammenstieß, der Militärausrüstung transportierte.
Der tödliche Unfall verdeutlicht die anhaltenden Sicherheitsrisiken an Bahnübergängen im französischen Hochgeschwindigkeitsnetz, wo Züge im kommerziellen Betrieb bei unerwarteten Hindernissen nur begrenzte Bremswege haben. Der Vorfall ereignete sich trotz Frankreichs umfangreichem Programm zur Beseitigung höhengleicher Kreuzungen, das zwar die meisten Bahnübergänge auf TGV-Strecken beseitigt hat, jedoch nicht alle Schnittstellen mit dem lokalen Straßennetz abdecken kann.
Präfekt François-Xavier Lauch bestätigte, dass der Zug nach dem Aufprall bei 160 km/h noch mehrere hundert Meter zurücklegte, bevor er zum Stillstand kam. Der 56-jährige Fahrer wurde in seinem Führerstand eingeklemmt und verstarb noch am Unfallort. Die Einsatzkräfte meldeten 14 verletzte Fahrgäste, davon 2 in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Der Lkw-Fahrer wurde zur Untersuchung des Unfalls in Polizeigewahrsam genommen.
Verkehrsminister Philippe Tabarot und SNCF-Vorstandschef Jean Castex begaben sich zur Unfallstelle; 90 Feuerwehrleute wurden für die Rettungsarbeiten eingesetzt. Der Militärkonvoi befand sich im Transport von Ausrüstung, als es an dem unbeschrankten Übergang zur Kollision kam.
Dies ist der jüngste Vorfall in einer Reihe von Bahnübergangsunfällen, die den französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr betreffen, und verstärkt die Forderungen nach einer beschleunigten Umsetzung von Programmen zur Beseitigung höhengleicher Kreuzungen sowie nach verbesserten Sicherungssystemen. Der Unfall dürfte zu einer erneuten Überprüfung der verbleibenden niveaugleichen Kreuzungen auf von TGV-Diensten genutzten Strecken führen, insbesondere dort, wo diese Korridore für Militär- oder Schwertransporte kreuzen.

