
Siemens Mobility gewinnt Rumäniens ersten Wasserstoffzug-Auftrag über 12 Mireo Plus H
Rumäniens Eisenbahnreformbehörde (ARF) hat Siemens Mobility einen Auftrag zur Lieferung von 12 Mireo Plus H Wasserstoff-Triebzügen erteilt, womit das Land erstmals Brennstoffzellen-Triebfahrzeuge beschafft. Die Fahrzeuge sollen im Frühjahr 2029 in den Betrieb gehen; der Vertrag schließt eine langfristige Wartung ein.
Diese Beschaffung markiert Rumäniens strategischen Einstieg in die Bahntechnologie mit alternativen Kraftstoffen, während europäische Betreiber ihre Dekarbonisierungsprogramme beschleunigen. Der Mireo Plus H kombiniert Wasserstoff-Brennstoffzellen mit Batteriespeichern und ermöglicht emissionsfreien Betrieb auf nicht elektrifizierten Strecken, ohne dass Investitionen in eine Oberleitungsinfrastruktur erforderlich sind. Rumänien reiht sich damit neben Deutschland, Italien und Österreich in die Gruppe der Länder ein, die Wasserstoffzüge kommerziell einsetzen.
Der Mireo Plus H von Siemens verfügt über ein elektrisches Traktionssystem, das von Wasserstoff-Brennstoffzellen und bordeigenen Batterien gespeist wird, die sich während des Betriebs aufladen. Die Fahrzeuge können mit einer einzigen Wasserstoffbefüllung bis zu 800km zurücklegen und eignen sich damit für Regionalverkehre auf Rumäniens weitreichendem nicht elektrifiziertem Streckennetz. Die ARF entschied sich für diese Technologie auf Strecken, bei denen die Elektrifizierungskosten die Wirtschaftlichkeit von Brennstoffzellenzügen übersteigen würden.
Der rumänische Auftrag folgt auf die Wasserstoffzug-Einsätze von Siemens in ganz Europa, darunter 14 Fahrzeuge für die Südostbayernbahn in Deutschland sowie Bestellungen in der italienischen Region Alto Adige. Die Entscheidung der ARF spiegelt den wachsenden Druck der Europäischen Union wider, die Dieseltraktion bis 2035 abzuschaffen, wobei Wasserstoffzüge als wichtigste Alternative für nicht elektrifizierte Regionalstrecken gelten, deren Länge die Reichweite von batteriebetriebenen Zügen übersteigt.

