
Siemens Mobility stellt Vectron X als Lokomotivplattform der nächsten Generation in Deutschland vor
Siemens Mobility hat im Schienenservicewerk München-Allach offiziell die Lokomotive Vectron X vorgestellt, eine digitalisierte Plattform der nächsten Generation für den Güter- und Personenverkehr.
Der Vectron X ist eine Weiterentwicklung der weit verbreiteten Vectron-Familie von Siemens, die sich als Standard für Schwerlast- und Personenverkehr in europäischen Netzen etabliert hat. Die neue Plattform setzt auf digitale Integration für Zustandsüberwachung, vorausschauende Wartung und betriebliche Effizienz und adressiert damit den Bedarf der Betreiber nach niedrigeren Lebenszykluskosten und verbesserter Verfügbarkeit. Die Präsentation in München-Allach unterstreicht die Bedeutung des Standorts als zentrales Entwicklungs- und Supportzentrum von Siemens für die erweiterte Lokomotivbaureihe.
Siemens hat keine technischen Spezifikationen, Produktionszeitpläne oder erste Kundenaufträge für den Vectron X bekannt gegeben. Die ursprüngliche Vectron-Plattform, die 2010 eingeführt wurde, wurde an mehr als 50 Betreiber in ganz Europa in verschiedenen elektrischen, dieselbetriebenen und Mehrsystemkonfigurationen ausgeliefert. Das modulare Design ermöglicht eine Anpassung an unterschiedliche Spannungssysteme, Spurweitenanforderungen und regulatorische Rahmenbedingungen und erlaubt so den Einsatz von Skandinavien bis zum Mittelmeer.
Die Markteinführung des Vectron X erfolgt vor dem Hintergrund laufender Elektrifizierungsprogramme in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien, die den adressierbaren Markt für elektrischen Traktionsantrieb erweitern. Siemens steht im Wettbewerb mit Stadler, das die Schwerlastlokomotive Euro 9000 anbietet, sowie mit Alstom, dessen Prima H4-Plattform ähnliche Anwendungen im Güter- und Regionalverkehr adressiert. Flottenemeuerungszyklen bei europäischen staatlichen und privaten Betreibern dürften die Lokomotivbeschaffung bis 2030 ankurbeln, wobei die Betreiber im Rahmen der EU-Bahnpolitik Interoperabilität und Emissionsreduzierung priorisieren.

