
Knorr-Bremse gewinnt Auftrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich für die Vectouro-Plattform
Das deutsche Unternehmen Knorr-Bremse hat von Siemens Mobility einen Auftrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erhalten, um Brems- und Einstiegssysteme für die neue Passagierzugplattform Vectouro zu liefern.
Die Vereinbarung positioniert Knorr-Bremse als Hauptsystemlieferant für die standardisierte Intercity- und Fernverkehrsplattform von Siemens Mobility, die für den internationalen Betrieb quer durch Europa ausgelegt ist. Die Brems- und Einstiegsausrüstung wird in eine modulare Architektur integriert, die darauf abzielt, Beschaffungszeiten zu verkürzen und Anpassungskosten für Betreiber zu senken, die grenzüberschreitend einsetzbares Rollmaterial bestellen. Der Auftragsumfang umfasst sowohl sicherheitskritische Bremssysteme als auch Fahrgast-Einstiegsschnittstellen – zwei hochwertige Teilsysteme, die bei Intercity-Plattformen typischerweise 8–12 % der gesamten Fahrzeugbaukosten ausmachen.
Vectouro ist die Antwort von Siemens Mobility auf die Nachfrage nach sofort verfügbaren internationalen Zügen, die ohne umfangreiche Modifikationen mehreren europäischen technischen Normen entsprechen. Die Plattform ist für den Intercity- und Fernverkehr ausgelegt – ein Segment, in dem Betreiber historisch gesehen mit längeren Lieferzeiten konfrontiert waren, da für jedes nationale Netz eine individuelle Zulassung erforderlich ist. Knorr-Bremse wird Bremssysteme und Einstiegsausrüstung liefern, die für die Kompatibilität mit unterschiedlichen Bahnsteighöhen und elektrischen Versorgungsstandards auf dem gesamten Kontinent ausgelegt sind.
Die am 19. Juni 2026 bekanntgegebene Partnerschaft festigt die Stellung von Knorr-Bremse als Tier-1-Lieferant für führende europäische OEMs. Siemens Mobility hat weder die anfänglichen Produktionsvolumen noch den ersten Kunden für Vectouro bekannt gegeben. Der Ansatz der standardisierten Plattform spiegelt jedoch Strategien wider, die bei Regionalplattformen wie der Mireo-Familie erfolgreich eingesetzt wurden, wo gemeinsame Teilsysteme die Stückkosten im Vergleich zu Einzelanfertigungen um 15–20 % gesenkt haben. Der Wert im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich deutet auf eine erste Serie hin, die mehrere Triebzüge umfasst, wobei Brems- und Einstiegssysteme typischerweise im Rahmen mehrjähriger Rahmenverträge geliefert werden, die mit den Produktionsaufträgen skalieren.

