
Europäische Eisenbahnverbände fordern Vereinfachung der kostspieligen ETCS-Kompatibilitätstests
Vier europäische Eisenbahnverbände – die Community of European Railway and Infrastructure Companies (CER), die European Rail Infrastructure Managers (EIM), die European Rail Freight Association (ERFA) und die European Rail Rolling Stock Lessors (AERRL) – haben ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht, in dem sie eine Reform der ETCS-Systemkompatibilitätsprüfungen (ESC) fordern. Sie argumentieren, dass die geltenden Vorschriften die Einführung des European Train Control System verlangsamen und die Kosten für Betreiber und Infrastrukturmanager gleichermaßen in die Höhe treiben.
Nach den derzeitigen Verfahren muss ein Fahrzeug, das für den Betrieb in mehreren Ländern zugelassen ist, in jedem einzelnen Land Kompatibilitätstests durchlaufen – selbst wenn Signalanlagen und Streckenbedingungen vergleichbar sind. Das am 23. Juli veröffentlichte Papier enthält fünf Vorschläge: EU-weite Transparenz über bereits durchgeführte Tests, EU-weite Wiederverwendung vorhandener Testnachweise, strengere Grenzen für die Einführung neuer ESC-Testarten, eine Teststrategie, die Labor- und Simulationsmethoden gegenüber Streckenerprobungen bevorzugt, sowie eine gerechtere Verteilung der Testkosten auf alle Beteiligten.
Dieses Engagement fügt sich in eine breitere Brancheninitiative ein, die Kosten des ETCS-Rollouts einzudämmen – und das vor dem Hintergrund einer jüngsten EU-Überprüfung der Preisgestaltung im Signaltechnik-Beschaffungsmarkt sowie der Entscheidung Deutschlands, €1,7 Milliarden für die Ausrüstung von Fahrzeugen mit dem System bereitzustellen.

