
Kaliforniens Hochgeschwindigkeitszug könnte bis Dezember 2027 kein Geld mehr haben, warnt Generalinspektor
Kaliforniens High-Speed Rail Authority wird bereits im Dezember 2027 kein Geld mehr haben, sofern sie keine neuen Finanzierungsmittel sichert. Dies geht aus einer Warnung des projektinternen Office of Inspector General hervor. Der Aufsichtsbericht beziffert das Finanzierungsdefizit für die Strecke von Los Angeles nach San Francisco auf 9,5 Milliarden Dollar über die nächsten fünf Jahre.
Die Schließung dieser Lücke durch Kreditaufnahme könnte zusätzliche Zinskosten von 3,6 bis 6,6 Milliarden Dollar verursachen – Ausgaben, die in der offiziellen Kostenschätzung des Projekts derzeit nicht berücksichtigt sind. Die Behörde hat außerdem ihre nächste Triebzugbestellung halbiert, um die Ausgaben zu kontrollieren, wie der Bericht anmerkt.
Die Warnung erscheint zeitgleich mit einer Untersuchung von CBS News California, die zeigt, dass die Behörde ihre eigenen Fristen für den Kauf von Triebzügen versäumt hat – Verpflichtungen, die in einer Bundesfördervereinbarung festgeschrieben und einem Bundesgericht zugesichert worden waren –, bevor sie ihre Klage gegen die Trump-Administration wegen einer gesonderten Kürzung von 4 Milliarden Dollar still und leise zurückzog. Das Büro von Gouverneur Gavin Newsom hatte diese Kürzung als politischen Akt Washingtons charakterisiert, eine Darstellung, die das DOT bestreitet.
Zusammengenommen verschärfen die Erkenntnisse die Überprüfung des rund 126 Milliarden Dollar teuren Projekts (gemäß dem Geschäftsplan der Behörde für 2026), das bereits mehr als 18 Milliarden Dollar ausgegeben hat, ohne eine betriebsfähige Strecke fertigzustellen, und werfen neue Fragen auf, wie der Bundesstaat den Streckenbau bis zum Ende des Jahrzehnts finanzieren will. Das U.S. Department of Transportation hat die frühere Mittelkürzung mit dem Verweis auf jahrelang verpasste Fristen und das Fehlen jeglicher fertiggestellter Strecke verteidigt.

