
Alstoms Coradia Stream-Flotte nimmt Gestalt für grenzüberschreitende Brenner-Dienste an
Tirols Landesrat für Mobilität, Rene Zumtobel, und sein Südtiroler Amtskollege Daniel Alfreider besuchten am 5. August 2026 das Alstom-Werk in Savigliano, Italien, um die Fertigung neuer grenzüberschreitender Regionalzüge zu besichtigen, die Österreich und Italien über den Brenner verbinden sollen, wie Railway Gazette International berichtete.
Die beiden Regionen haben gemeinsam 21 sechsteilige Coradia Stream-Elektrotriebzüge bestellt: Die Strutture Trasporto Alto Adige Südtirols beschafft 15 Triebzüge, während die ÖBB sechs Einheiten im Rahmen ihres Verkehrsverbund Tirol-Gemeinwirtschaftsvertrags erwirbt. Alstom präsentierte die erste Einheit im Mai 2025.
Jeder 127,9 Meter lange Triebzug bietet 381 Sitzplätze und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Die Mehrsystemfähigkeit ermöglicht den Betrieb im italienischen 3kV-Gleichstromnetz, im österreichischen 15kV-16,7Hz-Netz sowie unter der für die Vinschgauer Bahn geplanten 25kV-50Hz-Elektrifizierung. Im Betrieb wird die gemeinsame Euregio-Flotte durchgehende Regionalverbindungen zwischen Innsbruck, Brenner, Bozen, Meran und Mals ermöglichen und damit den seit Langem bestehenden Umstiegszwang an der österreichisch-italienischen Grenze auf einem der meistbefahrenen Alpenkorridore beseitigen.
Ein stündlicher Dienst zwischen Innsbruck und Bozen soll Mitte 2027 in Betrieb gehen, wobei einzelne Verbindungen bis Meran und Mals verlängert werden. Die Bestellung unterstreicht die wachsende grenzüberschreitende Koordination auf dem Brennerkorridor, während der Bau des Brenner Basistunnels, der noch in diesem Jahrzehnt eröffnet werden soll, weiter voranschreitet.

