
Renfe verlagert Hochgeschwindigkeitsambitionen nach Portugal – nach regulatorischer Sackgasse in Frankreich
Renfe, Spaniens staatseigener Bahnbetreiber, richtet seine internationalen Hochgeschwindigkeitsambitionen nach Portugal aus, nachdem das Unternehmen in Frankreich auf anhaltende regulatorische Hindernisse und Zulassungsprobleme gestoßen ist. Das geht aus Angaben spanischer Verkehrsbehörden hervor.
Das Unternehmen betreibt bereits grenzüberschreitende Verbindungen von Barcelona nach Lyon und von Madrid nach Marseille sowie Halte in Südfrankreich und Ostfrankreich, konnte jedoch trotz jahrelanger Bemühungen keine Genehmigung für eine Streckenverlängerung nach Paris erwirken. Spaniens Verkehrsminister Oscar Puente soll die Pläne für Renfes Eintritt in den portugiesischen Markt nun beschleunigen.
Im Zuge dieser Neuausrichtung hat Renfe den Homologationsprozess für 30 Talgo-Züge der Baureihen 106 und 107 eingeleitet, die mit einer Spurwechseltechnologie ausgestattet sind, sodass sie sowohl auf dem Normalspur-Netz des spanischen AVE-Hochgeschwindigkeitsnetzes als auch auf dem iberischen Breitspur-Netz fahren können, das von den konventionellen Strecken in Spanien und Portugal genutzt wird. Das Unternehmen strebt eine Hochgeschwindigkeitsverbindung Lissabon–Madrid an; eine Verbindung Porto–Vigo soll etwa zeitgleich in Betrieb gehen. Beide Linien sind frühestens für 2032 vorgesehen.
Der Schritt unterstreicht das weitergehende Bestreben, die Schienennetze der Iberischen Halbinsel zu integrieren, und fällt in eine Zeit, in der Spanien und Portugal die seit Langem diskutierte Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen ihren beiden Hauptstädten weiter verhandeln.

