
Italiens Staatsbahn-Chef Stefano Donnarumma tritt nach Konflikt mit der Regierung zurück
Stefano Donnarumma ist als Vorstandsvorsitzender von Ferrovie dello Stato Italiane (FS Group), dem staatlichen italienischen Eisenbahnunternehmen, nach monatelangen Meinungsverschiedenheiten mit der Regierung zurückgetreten.
Sein Ausscheiden beendet die Tätigkeit des obersten Führungsverantwortlichen für Italiens nationales Schienennetz und eine der größten Bahngruppen Europas. Die FS Group betreibt Personenverkehrsdienste, darunter Trenitalia und die Hochgeschwindigkeitszüge Frecciarossa, die Güterverkehrssparte Mercitalia sowie die Infrastrukturgesellschaft RFI. Mehreren Berichten zufolge war der Rücktritt das Ergebnis anhaltender Spannungen zwischen Donnarumma und Regierungsvertretern.
Während seiner Amtszeit bei der FS Group leitete Donnarumma den umfangreichen nationalen und internationalen Bahnbetrieb auf Italiens 16.800 km langem Streckennetz. Der Konzern beschäftigt mehr als 80.000 Mitarbeitende und erzielte 2024 einen Umsatz von €12,5 Mrd. Ein Nachfolger wurde noch nicht benannt. Der Rücktritt wurde am 30. Juni 2026 bestätigt.
Die FS Group befindet sich vollständig im Eigentum des italienischen Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen. Die Infrastruktursparte des Unternehmens ist für Streckenwartung, Signaltechnik und Elektrifizierung im gesamten nationalen Netz zuständig, während Trenitalia Regional-, Fernverkehrs- und Hochgeschwindigkeitsdienste betreibt. Frecciarossa-Züge verbinden Mailand, Rom, Neapel und weitere Großstädte mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h. Der Konzern betreibt über seine Europasparte zudem internationale Verbindungen nach Frankreich, Österreich und in die Schweiz.
Der Führungswechsel vollzieht sich in einer Phase, in der Italien seine Investitionen in die Schieneninfrastruktur im Rahmen des nationalen Aufbauplans fortsetzt. Die FS Group hat ausstehende Bestellungen für neues Rollmaterial, darunter ETR 1000-Hochgeschwindigkeitstriebzüge von Hitachi Rail sowie Regional-EMUs von Alstom. Die Regierung hat sich weder zu den Hintergründen von Donnarummas Rücktritt noch zum Zeitplan für die Ernennung eines Nachfolgers geäußert.

