
Hitachi Rail und PESA reichen gemeinsames Angebot für PKP-Intercity-Flotte mit 20 Zügen und 320 km/h ein
Hitachi Rail und Polens PESA Bydgoszcz haben ein strategisches Kooperationsabkommen unterzeichnet und gemeinsam ein Angebot für die Ausschreibung von PKP Intercity über 20 elektrische Hochgeschwindigkeitstriebzüge (EMU) mit einer Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h eingereicht, mit einer Option auf 35 weitere Züge sowie einem 30-jährigen Wartungsvertrag.
Die Partnerschaft markiert Polens erste inländische Beteiligung an der Produktion von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen. Das Abkommen umfasst den Technologietransfer für das Schweißen von Aluminiumrohbaukästen und den Bau von Doppelstockzügen, wobei neue Produktionsanlagen am Standort von PESA in Bydgoszcz geplant sind. PESA beschäftigt 7.000 Mitarbeiter und hat Regional- und Fernverkehrsfahrzeuge gefertigt, bislang jedoch keine Züge mit mehr als 250 km/h gebaut. Hitachi Rail bringt Expertise aus seiner ETR1000-Frecciarossa-Flotte für Italiens Trenitalia sowie ähnlichen Hochgeschwindigkeitsplattformen ein.
Die ersten 20 Züge sollen in den Werken von Hitachi Rail in Italien gefertigt werden, wobei die Produktion im Zuge des Technologietransfers schrittweise in das Werk von PESA in Bydgoszcz verlagert wird. Das Arrangement umfasst den Aufbau von Aluminiumschweißkapazitäten sowie die Einrichtung von Werkzeugen und Anlagen für die Hochgeschwindigkeitszugmontage in Polen. PKP Intercity hat weder einen Zeitplan für die Auftragsvergabe noch einen geschätzten Beschaffungswert für die Ausschreibung bekanntgegeben.
Die Partnerschaft zielt über den polnischen Heimatmarkt hinaus auf Exportmöglichkeiten in Mittel- und Osteuropa sowie Skandinavien ab. Polens Hochgeschwindigkeitsbahnprogramm, das den Bau neuer Strecken sowie die Ertüchtigung bestehender Korridore für Geschwindigkeiten von 250–320 km/h vorsieht, erfordert Fahrzeuge, die sowohl mit konventioneller als auch mit dedizierter Hochgeschwindigkeitsinfrastruktur kompatibel sind. Das bestehende Portfolio von PESA umfasst den Dart EMU für den Regionalverkehr sowie die Gama-Lokomotivplattform, während Hitachi Rail Hochgeschwindigkeitszüge nach Italien, in das Vereinigte Königreich und nach Japan geliefert hat. Das gemeinsame Angebot steht im Wettbewerb mit etablierten europäischen Hochgeschwindigkeitszugherstellern, darunter Alstom, Siemens Mobility, Stadler und Talgo, von denen mehrere ebenfalls Angebote für die Ausschreibung von PKP Intercity eingereicht haben.

