
Eurostar rüstet ersten e300-Triebzug aus den 1990er-Jahren mit ETCS-Signaltechnik aus
Eurostar hat den ersten seiner e300-Hochgeschwindigkeitstriebzüge, der mit ETCS-Signaltechnik ausgestattet wurde, wieder in den kommerziellen Betrieb genommen. Damit beginnt ein Nachrüstprogramm, das schließlich alle acht noch in Betrieb befindlichen, in den 1990er-Jahren gebauten Züge erfassen wird, die weiterhin Dienste durch den Kanaltunnel erbringen.
Die Europäische Eisenbahnagentur (ERA) erteilte am 6. Juli 2026 die Zulassung für den modifizierten e300-Triebzug (UK Class 373), der am 17. Juli in den Fahrgastbetrieb ging. Die ETCS/TVM-Doppelsystemausrüstung wurde von der MerMec-Tochtergesellschaft CSEE entwickelt – ehemals Teil von Hitachi Rail und Ansaldo STS – und wird in den SNCB-Werkstätten in Namur, Belgien, eingebaut. Dabei hält Eurostar jeweils nur einen Triebzug außer Betrieb, um die kommerzielle Kapazität zu schützen.
Die Aufrüstung wird zum einen durch ein belgisches Mandat vorangetrieben, das bis Dezember 2027 die Ausrüstung aller Züge im belgischen Netz mit ETCS vorschreibt und das ältere TBL1+-System ablöst; zum anderen besteht die Notwendigkeit, die alternde e300-Flotte regelkonform zu halten, während Eurostar auf die Lieferung seiner neuen Celestia-Triebzüge ab 2031 wartet.
Nach Abschluss des Programms wird ERTMS/ETCS auf Eurostars gesamte aktuelle Flotte ausgeweitet – ein Schritt, den der Betreiber als notwendig erachtet, um die bewährten Triebzüge während des Übergangs zur nächsten Generation von Rollmaterial weiterhin im Einsatz zu halten.

