
Bundesverkehrsminister knüpft Deutsche-Bahn-Managerprämien an Pünktlichkeitsziele
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat angekündigt, dass Bonuszahlungen für die Spitzenmanager von Deutsche Bahn direkt davon abhängen werden, ob der staatliche Konzern die von der Regierung festgelegten Leistungsziele erreicht. Der Druck wächst angesichts jahrelanger chronischer Verspätungen.
„Es wird konkrete Auswirkungen auf die Bonuszahlungen von Deutsche-Bahn-Managern haben, wenn die von der Regierung gesetzten Ziele nicht erreicht werden", sagte Bilger der Bild am Sonntag am 9. August und bestätigte damit die Rechenschaftsmaßnahme im Zusammenhang mit der neu ernannten DB-Führung.
Gemäß der aktuellen Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und Deutsche Bahn sollen Fernzüge bis 2029 eine Pünktlichkeit von 70 % erreichen – ein Anstieg gegenüber rund 60 %, die im ersten Halbjahr 2026 verzeichnet wurden. Bilger sprach offen über das Ausmaß der Herausforderung: „Für die absehbare Zukunft wird es keine 100 % geben.'
Der Schritt folgt auf ein schwieriges Jahr für den Konzern: Die Verspätungszahlen 2025 waren schlechter als im Vorjahr, obwohl ein viel beworbenes „Neustart"-Programm aufgelegt und erhebliche Bundesmittel in die Infrastrukturerneuerung investiert worden waren.
Die Verknüpfung der Managergehälter mit der Pünktlichkeit reiht Deutsche Bahn in eine Gruppe europäischer Bahnbetreiber ein, die mit leistungsgebundenen Managementanreizen experimentieren. Gleichzeitig signalisiert Berlin, dass es die politische Aufsicht über den Sanierungskurs der Bahn eng behalten will, anstatt die Umsetzung allein dem neuen Management zu überlassen.

