
DB InfraGO beantragt Erhöhung der Trassenpreise um 112 Millionen Euro für 2027
DB InfraGO, der deutsche Schieneninfrastrukturbetreiber, hat eine Erhöhung der Trassenpreise für Standard-Güterzüge um 12,6 % ab dem Fahrplanjahr 2027 beantragt. Dies geht aus Zahlen hervor, die RailFreight.com am 24. August veröffentlicht hat. Der vorgeschlagene Kilometerpreis würde von 3,48 € auf 3,92 € steigen – eine Änderung, die nach Schätzungen des Branchenverbands Die Güterbahnen die jährlichen Kosten für Schienengüterverkehrsunternehmen um rund 112 Millionen Euro erhöhen würde.
Der Vorschlag trifft auf einen deutschen Schienengüterverkehrssektor, der ohnehin bereits unter dem Druck einer umfassenden Welle von Infrastrukturarbeiten und Netzsperrungen im ganzen Land steht. Oliver Smock, Senior Consultant bei Die Güterbahnen, kritisierte den Plan und erklärte, der Güterverkehr werde „zum Spielball eines Infrastrukturbetreibers gemacht, der politisch nicht kontrolliert wird.‟
Der Zeitpunkt verstärkt die Unsicherheit für die Betreiber zusätzlich: Verlader buchen bereits seit März Trassenkapazitäten für das neue Fahrplanjahr, ohne zu wissen, wie sich das endgültige Kostenbild für 2027 gestalten wird.
Der Vorschlag unterliegt noch einer regulatorischen Prüfung, bevor er in Kraft treten kann. Sollte er in der beantragten Form genehmigt werden, wäre dies einer der stärksten Jahresanstiege bei den deutschen Gütertrassenpreisen der letzten Jahre.

