
Zugunglück in Bekasi fordert 14 Tote und 88 Verletzte – Indonesiens Bahnsicherheit in der Krise
Am 28. April kollidierte ein Fernzug am Bahnhof Bekasi Timur in Westjava mit einem haltenden Nahverkehrszug und tötete dabei 14 Fahrgäste, während 88 weitere verletzt wurden. Das Unglück ereignete sich gegen 20:50 Uhr Ortszeit, als der Intercity-Zug auf das Heck des stehenden Nahverkehrszuges auffuhr.
Der Zusammenstoß legt kritische Sicherheitsmängel im rasch wachsenden indonesischen Schienennetz offen, in das zwar erhebliche Investitionen geflossen sind, das jedoch bei der Modernisierung seiner Sicherheitssysteme kaum Fortschritte gemacht hat. Das Unglück zählt zu den schwersten Eisenbahnunfällen der jüngeren indonesischen Geschichte und verdeutlicht den dringenden Bedarf an umfassenden Signalanlagenaufrüstungen im gesamten 5.042 km langen Streckennetz. Das indonesische Nationale Komitee für Transportsicherheit hat eine vollständige Untersuchung der Signalfehler und Betriebsabläufe eingeleitet.
PT Kereta Api Indonesia betreibt beide an der Kollision beteiligten Züge innerhalb seines weitverzweigten Java-Netzes, das jährlich über 300 Millionen Fahrgäste befördert. Der Bekasi-Korridor ist eine wichtige Pendlerverbindung zwischen Jakarta und den umliegenden Vororten, auf der zu Stoßzeiten Züge in hoher Taktfolge verkehren. Die Rettungsdienste setzten 15 Krankenwagen und mehrere Rettungsteams ein, um Verletzte aus dem beschädigten Rollmaterial zu bergen.
Indonesien hat bis 2024 insgesamt 40 Mrd. USD für die Schieneninfrastruktur bereitgestellt, darunter die Hochgeschwindigkeitsstrecke Jakarta–Bandung und die Erweiterung des städtischen Nahverkehrs. Die Modernisierung der Sicherheitssysteme ist jedoch hinter dem Kapazitätsausbau zurückgeblieben, da viele Streckenabschnitte noch immer auf manuelle Signalprotokolle setzen. Die Regierung steht nun unter Druck, die Einführung von ETCS-Technologie auf Prioritätsstrecken infolge dieses Vorfalls zu beschleunigen.

