
Alstom ernennt Martin Sion zum neuen CEO als Nachfolger von Poupart-Lafarge nach 10 Jahren
Martin Sion wurde am 1. April 2024 offiziell neuer Vorstandsvorsitzender von Alstom und löste damit Henri Poupart-Lafarge ab, der nach fast 10 Jahren an der Spitze des französischen Schienenfahrzeugherstellers zurückgetreten war. Sion bringt Erfahrung aus der Luft- und Raumfahrtbranche in das €15,5 Mrd. schwere Unternehmen für Schienenfahrzeuge und Signaltechnik ein.
Der Führungswechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Alstom mit Integrationsschwierigkeiten nach der €6,2 Mrd. schweren Übernahme von Bombardier Transportation im Jahr 2021 konfrontiert ist. Sion übernimmt ein komplexes globales Unternehmen, das in 70 Ländern mit 80.000 Mitarbeitenden tätig ist und eine weitere Konsolidierung überlappender Produktlinien und Produktionsstandorte erfordert. Sein Hintergrund in der Luft- und Raumfahrt könnte sich als wertvoll erweisen, da Bahnbetreiber zunehmend Zuverlässigkeit und digitale Konnektivität nach Luftfahrtstandard im Rollmaterial fordern.
Poupart-Lafarge hat Alstom während seiner Amtszeit grundlegend verändert und mit dem Bombardier-Deal die größte Übernahme in der Geschichte der Bahnindustrie vollzogen. Der scheidende CEO verantwortete zudem bedeutende Vertragsgewinne, darunter €2,5 Mrd. für die Züge der Londoner Elizabeth-Linie sowie €1,8 Mrd. für deutsche Regionalzüge. Unter seiner Führung wuchs der Jahresumsatz von Alstom durch organisches Wachstum und Akquisitionen von €6,9 Mrd. auf €15,5 Mrd.
Sion übernimmt die Führung zu einem Zeitpunkt, an dem die globalen Schienenmärkte unter dem Druck von Lieferkettenunterbrechungen und Inflation leiden, die große Infrastrukturprojekte belasten. Der neue CEO muss laufende Lieferschwierigkeiten bei hochkarätigen Aufträgen bewältigen und gleichzeitig Alstom für Wachstum in aufstrebenden Märkten wie Indien und Südostasien positionieren. Seine Ernennung spiegelt den übergeordneten Trend der Bahnindustrie wider, Führungskräfte aus benachbarten Branchen zu gewinnen, um den digitalen Wandel und die betriebliche Effizienz voranzutreiben.

